Rechts is Gas, Oida, reeechts!!!!!

Rechts is Gas, Oida, reeechts!!!!!

Kennt ihr das? Ihr habt´s eilig, so richtig eilig! In wenigen Minuten sperrt das Geschäft zu, und ihr müsst unbedingt noch mal hin. Ihr habt was ganz  extrem Wichtiges vergessen einzukaufen; Milch für´n Kaffee, das Entspannungs-Abend-Bier, Zahnseide oder etwas ähnlich Lebensnotwendiges. AggressionDass es so knapp hergeht, dafür könnt ihr nichts. Schließlich könnt ihr ja nichts daran ändern, dass eure Lieblings-Fernsehserie gerade jetzt so spannend war. Gut, ihr habt diese Folge schon an die hundert mal gesehen, aber spannend ist es trotzdem immer wieder. Außerdem wäre das ja gar nicht so schlimm. Ihr kennt die Straße wie eure Westentasche, also – in 10 Minuten geht sich das leicht aus!!!

Und dann? Genau dann hat man einen Autofahrer vor sich, der …. – wie drückt man das jetzt höflich aus, um keinem auf die Zehen zu steigen?
AggressionBei den Autofahrertypen haben sich ja gewisse Klischees entwickelt (wie wird ein Klischee eigentlich zum Klischee?): es gibt die blonden hübschen Frauen, die Familienmütter, die alten Knacker mit Hut, die Sonntagsfahrer, manche richten ihren Fahrstil nach der jeweiligen Nummerntafel aus; und dann gibt´s natürlich auch einige wenige, die wirklich sehr gut Autofahren können, um nicht zu sagen ausgezeichnet! Da zählen wir uns natürlich dazu, oder? Wären alle Menschen dieser Welt so tolle Autofahrer wie wir, dann wäre eh alles perfekt!

Die Zeit drängt…

Und dann fährt einer vor dir, als ob wir alle Zeit der Welt hätten! Kein Stress, kein Druck, aber auch kein wirkliches Fahrfeeling! Geschwindigkeitsbeschränkungen werden peinlichst genau eingehalten, vorsichtshalber sogar ein wenig unterschritten – man weiß ja nie! Jede Kurve wird gaaanz gemütlich ausgefahren, das Gaspedal scheint nur auf der Geraden zu funktionieren! Wenn man dann endlich mal überholen könnte, kommt bestimmt Gegenverkehr. Im gemütlichen Sonntagstempo geht´s weiter, wenn wir dann endlich beim Geschäft ankommen, hat dieses gerade geschlossen. Feierabend-Bier-Ade….

AggressionWährend wir also hinterher trotteln, der rechte Fuß zuckt am Gaspedal, fängt´s in uns schon an zu brodeln. Aggression macht sich breit. Die Gedanken machen sich selbständig: macht er das mit Absicht? der will mich bestimmt provozieren! Rechts is Gas, Alter, ich hab´s eilig! – und es brodelt weiter…. unsere Wut steigert sich ganz von allein.

Objektiv betrachtet, macht es keinen großen Unterschied. Ich hab´s schon mehrmals ausprobiert. Wir sprechen von einer Zeitdifferenz von vielleicht 2 oder 3 Minuten, wenn überhaupt! Gut, bei dem Beispiel mit den Geschäfts-Öffnungszeiten können 2 Minuten schon entscheidend sein, aber mal Hand auf´s Herz: wie wäre es mit etwas früher los fahren? Man muss ja nicht bis zum allerletzten Drücker warten….

Glühende Kohlen

Was uns in Wahrheit ärgert, ist doch vielmehr, dass der andere so einen Blödsinn zusammen fährt! Also ehrlich, ich kann das doch viel besser! Wenn bei der Kurve nix anderes steht, verträgt sie die 100 schon! Wie kann man nur so blöd sein? Muss ich dich etwa erst anschieben? So macht das Fahren ja gar keinen Spaß! Wozu hab ich denn ´nen Arsch voll PS, wenn ich sie dann nicht ausfahren kann?

Gefühle der Aggression, dazu gehören Ärger, Wut, Empörung und Zorn, entwickeln schnell eine Eigendynamik und wirken auf lange Sicht extrem zerstörerisch. Aggression kennt nur ein Ziel: der andere muss verletzt werden. Doch dabei vergessen wir eines: verändern können wir damit nichts. Überleg doch mal: Wen verletzt du denn in Wirklichkeit damit? Doch nur dich selbst. Der andere bekommt ja gar nichts davon mit.

Aggression

 

Ich habe mal ein Zitat von Buddha gehört, welches mir ausgesprochen gut gefallen hat:

Sich zu ärgern ist gleichzusetzen mit dem Versuch, ein glühendes Kohlestück nach jemand anderen zu werfen. Der einzige, der sich verbrennt, bist du selbst. 

Warum also ärgern wir uns immer wieder, wenn wir uns mit dieser Aggression doch nur selbst schaden und nicht das erreichen, was wir eigentlich möchten? Sondern im Gegenteil die Situation eher noch verschlimmern? Fast könnte man meinen, sich zu ärgern, Aggression zu versprühen, gehöre zu unserem Kulturkreis! Wir regen uns auf über langsame Autofahrer, bellende Hunde, spielende Kinder, der Sommer ist zu heiß, der Winter zu lang, der Regen zu nass….

Tiefgründige Aggression

Der Grund für Aggression ist immer Angst. Angst und Schwäche. Wir haben Angst, einer Situation wehrlos ausgeliefert zu sein. Die Umstände nicht mehr kontrollieren zu können. Diese Angst, diese Aggression entsteht aus einer Fülle ganz bestimmter Erfahrungen: aufgestauter Groll, versteckte Ängste, tieferliegende Probleme, Hilflosigkeit. In Wahrheit ist jede Aggression ein Hilfeschrei. Wir wollen wieder Herr der Lage sein, kein Opfer äußerer Umstände, abhängig vom Handeln anderer.

Die Aggression weckt unangenehme Gefühle in uns: Wir fühlen uns ungerecht behandelt; was der andere tut ist unfair, unverschämt, verboten; so etwas hab ich nicht verdient; ich würde mich nie so benehmen…..

Warum eigentlich nicht? Was hält uns davon ab, auch so zu handeln? Sind wir jemandem Rechenschaft schuldig?
Einer Sache müssen wir uns bewusst sein: Die anderen schulden uns nichts. Gar nichts. Niemand auf dieser Welt hat einen Anspruch auf Gerechtigkeit gepachtet. Jeder darf leben, so wie er möchte…!

Was also tun, wenn das Häferl wieder überläuft?

Als erstes solltest du dich fragen, ob du persönlich an dieser Situation etwas verändern kannst. Ja? …. Dann handle! Tu es! Denk nicht mehr über das nervige Problem nach, sondern überleg dir eine Lösung! Indem du lösungsorientiert handelst, wirst du wieder Herr der Lage, du erhältst die Kontrolle über die Situation! Kein Opfer mehr, keine Hilflosigkeit, keine überschießenden Hormone, keine Kurzschlusshandlungen! Du bestimmst den weiteren Verlauf dieser Situation!

Wenn du nichts an der Situation direkt verändern kannst, dann denke daran: du hast keinen Anspruch darauf, dass der andere sich ändert. Aber DU kannst deine Reaktion beeinflussen, DU kannst deine Aggressions-gesteuerten Gedanken verändern. „Hey, was fällt dem eigentlich ein? Wie glaubt er, dass er mich behandeln kann?“ – solche Gedanken sind kontraproduktiv und halten dich nur in deiner Wut gefangen, steigern dein Aggressions-Potential.
Jede Medaille hat doch 2 Seiten. Manchmal nützt es, einfach mal die Perspektive zu wechseln: „Der macht das jetzt nur, weil er es eben nicht besser weiß.“ Um beim Beispiel Autofahren zu bleiben: vielleicht hat er ja zerbrechliche Dinge im Kofferraum und muss deshalb vorsichtiger fahren, oder am Beifahrersitz sitzt seine 90-jährige Mutter und fürchtet sich, sobald die Tachonadel über 60 zeigt, vielleicht hat er aber auch einfach keine Lust darauf, schneller zu fahren …. Grenzenlose Möglichkeiten….

AggressionEs geht nicht darum, den Ärger runter zu schlucken. Das führt langfristig in jedem Fall zu gesundheitlichen Problemen: hoher Blutdruck, Herz- und Magenbeschwerden, chronische Rücken- und Kopfschmerzen. Wichtig ist einfach, dass wir lernen, unsere Gefühle unter Kontrolle zu halten! Dass wir lernen, diese negative Energie der Aggression in Positive umzuwandeln, dies führt zu frischem Tatendrang, zu neuer Kreativität! Konzentrieren wir uns in diesem Moment auf unsere Ziele, auf die Dinge, welche wir erreichen möchten! Bemühen wir uns, zu lächeln – innerlich und äußerlich! Einfach die Geschehnisse rundherum ausblenden und an die schönen Dinge in unserem Leben denken: unsere Hobbys, unsere Träume, unsere Familie!

Wenn wir möchten, dass die Menschen uns freundlich begegnen, dann müssen wir das auch ausstrahlen, unser gesamtes Denken, Fühlen und Handeln muss von guten Gefühlen, von schönen Gedanken geprägt sein!

Denk einfach immer daran: Sich über Kleinigkeiten zu ärgern, bringt uns überhaupt nichts. Es wird unser Leben nicht zum Positiven hin verändern. Doch der einzige, der gegen die aufkommende Aggression etwas tun kann, bist DU. Du kontrollierst deine Gedanken, du musst dich nicht nicht der Hilflosigkeit ausliefern, du kannst dich verändern!

Denn nur wer sich verändert, bleibt sich selbst treu!
Stop existing! Start living!

Eure Birgit Leonhartsberger

 

 

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