Der ewige Gärtner

Der ewige Gärtner

Kitschiges Hollywoodkino? Erfundene Verschwörungstheorien? Oder vielleicht doch ein Funken an trauriger Wahrheit?

Der Film Der ewige Gärtner beginnt mit Tessas Tod und ist getragen von Rückblenden, um die beiden Charaktere Justin und Tessa v.a. emotional besser kennen zu lernen. Von den zunächst rein privaten Motiven eines Verbrechens aus Leidenschaft schlägt die Handlung um zu einer globalen Verschwörung.

Und je mehr Details über die Machenschaften des Pharmakonzerns zutage treten, wenn enge Weggefährten Loyalität und Freundschaft für Macht und Geld verkaufen, umso größer wird die Wut und Trauer – und der Wunsch auf ausgleichende Gerechtigkeit…. Schließlich reden wir von Kino! Hollywood kann doch alles noch zum Guten wenden, oder?

Ich weiß noch, als ich diesen Film vor einigen Jahren zum ersten Mal gesehen habe, war ich echt von der Rolle. Total geschockt. Solche Gedankengänge waren mir sowas von fremd!
Ich wurde von meinen Eltern erzogen mit dem Glauben an das Gute im Menschen, mit der Überzeugung, dass Systeme, Institutionen, die Großen unserer Welt uns Schutz und Sicherheit gewähren. Machtgierige Korruption stand da nicht an der Tagesordnung.
Klar tauchen immer wieder Verschwörungstheorien auf. Doch die sind das, was sie sind: Theorien eben.

Mein Weltbild hat sich geändert….

Der ewige Gärtner (englischer Originaltitel: The Constant Gardener) beruht auf dem Roman des britischen Schriftstellers John le Carré aus dem Jahr 2001. Der Politthriller handelt von illegalen Arzneimitteltests eines multinationalen Pharmakonzerns in Afrika mit tödlichen Folgen. Auch die Regierung des Vereinigten Königreichs ist in die Vorgänge verstrickt. (wikipedia) Diese Machenschaften erstrecken sich über mehrer Länder und Kontinente.

John le Carré widmete seinen Roman Yvette Pierpaoli, einer langjährigen Vertrauten, welche in Asien, Afrika, Südamerika und Südosteuropa als Flüchtlingshelferin tätig war. 1999 verunglückte sie bei einem Autounfall in Albanien tödlich.
Wohl erklärte le Carré, dass „weder Personen noch irgendwelche Körperschaften in diesem Roman nach realen Vorbildern gestaltet“ seien. Gleichzeitig betonte er jedoch: „Je tiefer ich in den pharmazeutischen Dschungel eindrang, desto klarer wurde mir, dass mein Roman, verglichen mit der Wirklichkeit, ungefähr so harmlos ist wie eine Urlaubspostkarte.“

Das brachte mich dann doch zum Nachdenken….

Der ewige Gärtner greift eine wahre Geschichte auf. Einen realen Fall aus dem Jahr 1996 in Kano, Nigeria, bei dem es um Medizinische Experimente in Afrika geht. Laut den Angaben nigerianischer Behörden und verschiedener Organisationen testete weltweit vertretenden Pharmakonzern Pfizer aus den USA das mittlerweile verbotene Antibiotikum Trovafloxin an etwa 200 Kindern aus dem Umkreis von Kano in Nigeria. Durch die Wirkung des zuvor noch nicht am Menschen erprobten Mittels starben einige der Kinder und weitere erlitten Schäden. Hier wurde ein Verfahren gegen Pfizer eingeleitet. (Quelle: filmewahrebegebenheiten)

Was wenn dies kein Einzelfall war?

Im Film wird den Menschen medizinische notwendige Versorgung verweigert, wenn sie nicht bereit sind an den Medikamententests teilzunehmen. Die Lebensbedingungen in Afrika eignen sich hervorragend dafür. Todesfälle werden erfolgreich vertuscht.

Diese Vorgehensweise des Pharmakonzerns wäre allerdings nicht möglich ohne der Unterstützung von korrupten Regierungen, Politikern, die tatsächlich über Leichen gehen.

Entspricht dies der Realität? Ich weiß es nicht. Doch jeder Mensch hat seinen Preis. Und wie sagt schon ein altes bekanntes Sprichwort:

Geld regiert die Welt…..

Meinen Glauben an das grundsätzlich Gute Menschen habe ich mir bewahrt.
Aber ich habe auch begonnen, etwas genauer hinzusehen. So manche Dinge zu hinterfragen. Nicht alles für bare Münze zu nehmen, was uns von diversen Medien und Konzernen präsentiert wird.  Eben nicht jede Pille zu schlucken, welche als DAS Allheilmittel propagandiert wird. Nicht bei jeder angeblichen neuen Epidemie gleich in Panik zu verfallen.

Sondern auch mal den ganz leisen – doch immer lauter werdenden – Stimmen Gehör zu schenken. Und mir meine eigene Meinung zu bilden…

Eure Birgit Leonhartsberger

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