Disziplin schafft Freiheit

Disziplin schafft Freiheit

Disziplin und Freiheit – 2 Wörter, wie sie meiner Meinung nach nicht unterschiedlicher sein können.

Was verbindest du mit ihnen? Welche Bilder erscheinen vor deinem inneren Auge?

Disziplin

Laut Duden stammt das Wort Disziplin aus dem Lateinischen: disciplina = Wissenschaft, schulische Zucht. Synonyme dafür sind zum Beispiel Ordnung, Beherrschung, Kontrolle. Und häufiges Vorkommen finden wir in den Bereichen Wissenschaft und Sport.
Das sind auch die Bilder, die ich mit dem Begriff Disziplin verbinde: Kontrolle, Strenge, Schweiß, Tränen, Durchhalten bis es gar nicht mehr geht, egal welche Umstände von außen eintreten….

Könnt ihr euch an die Aussage von Fendrich´s General erinnern? „Bei mir hat man ein schönes Leben, wenn man drei Dinge einhält: Disziplin, Disziplin, Disziplin.“
Wie oft haben wir über den General gelacht!!! 🙂 Aber dieser eine Satz klingt in Wahrheit nicht so richtig einladend, oder? So nach dem Motto: Ich dulde keinen Widerspruch. Du tust, was ich sage.

 

Disziplin Wie schaut´s jetzt beim Wort Freiheit aus? Im Duden findet man Begriffe wie Unabhängigkeit, Bewegungsfreiheit,  Selbstbestimmung, Privileg, das  Nicht-Gefangensein. Der Bedeutung nach ist es ein „Zustand, in dem jemand von bestimmten persönlichen oder  gesellschaftlichen Bindungen oder  Verpflichtungen, welche er als Zwang oder Last empfindet, frei ist und sich in seinen Entscheidungen nicht mehr  eingeschränkt fühlt. Er hat die  Möglichkeit, sich frei und ungehindert zu bewegen.“
Welche Bilder siehst du jetzt? Das ist eine leichte Übung, oder? Diese Bilder erklären sich quasi von selbst: schönes Wetter, paradiesische Umgebung,    Nichtstun, Hängematte, Insel, Geld im Überfluss, schönes Auto, Yacht, Haus, Kinder, Freunde, Familie, Party, Tiere, Lesen, Musik, ……. endlose  Auflistung wunderschöner Dinge!

Also bin ich in Freiheit, wenn ich nichts tue.

Ich kann auf der Couch liegen und einfach nichts tun. Warum sollte ich dafür Disziplin brauchen???

Ich habe bereits einige fehlgeschlagene Versuche an disziplinierter Lebensführung hinter mir: Diät, Haushaltsführung, Tagesplanung, Ernährungsumstellung, Weiterbildung, sportliche Aktivitäten….. Manche dieser Änderungen verlautbarte ich in meiner Familie: „So. Ab heute…..“ Andere machte ich mir nur mit mir selber aus. Das Ergebnis war unter´m Strich immer dasselbe: nix von Dauer. Meine Gedanken quälten mich mit „ich müsste, ich sollte….“ Manchmal war ich ganz besonders schlau und sagte mir: „ok. Mach halt einfach einen Tag mit voller Absicht nix. Dann brauchst auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn nix passiert. Und morgen bist du dann ausgeruht und kannst dich voll rein hängen!“ Guter Plan, oder? – Hat auch nicht funktioniert. Morgen war wie der Tag davor und der davor und der davor.

Doch was erreichte ich damit? Mein schlechtes Gewissen wuchs mit jedem Tag, ich wurde nicht mehr ernst genommen – weder von mir selbst noch von meinem Umfeld, ich fühlte mich unzulänglich, war unglücklich, machte mich selber schlecht. Also viel Freiheit spürte ich beim auf-der-Couch-liegen nicht. Im Gegenteil: ich fühlte mich eingesperrt, traurig.

Wozu Disziplin…?

DisziplinNichts-tun ist doch nur dann wirklich schön, wenn wir es ohne schlechtem Gewissen tun können, oder? Solange das kleine Männchen in unserem Hinterkopf uns ständig daran erinnert, dass wir noch dies und das zu tun hätten, kann ja gar keine Entspannung eintreten, keine Glücksgefühle entstehen?

Im Duden steht bei der Bedeutung für Disziplin auch: „das Beherrschen des eigenen Willens, der eigenen Gefühle und Neigungen, um etwas zu erreichen.“ Und DAS ist das wahrhaft Positive an Disziplin: ICH beherrsche meinen Willen. ICH bestimme wann ich mich wie fühle. ICH tue das, was zum jeweiligen Zeitpunkt notwendig ist. Auch wenn das – vorübergehend – mit gewissen Entbehrungen verbunden ist. Aber danach – danach bin ich frei! Ohne schlechtem Gewissen! Mit Stolz – immerhin hab ich ja geschafft, was ich mir vorgenommen habe!

Einfach!?

Nein. Einfach ist es nicht. Wenn´s so wäre, dann hätte ja jeder von uns bereits sein perfektes Leben, oder? Aber es gibt einen wunderbare Möglichkeit, die Disziplin in dir immer wieder zu füttern. In unseren Schulungen üben wir dies immer und immer wieder. Neben so manch anderen Tricks, wie man dem inneren Schweinehund ein Schnippchen schlagen kannst (im Laufe meiner Blogs werde ich ganz bestimmt auf dieses Thema immer wieder zu sprechen kommen und dann auch von den zusätzlichen Möglichkeiten reden), ist dies für mich die absolut wichtigste Übung!

Überleg dir doch mal, warum du etwas tust….. Warum willst du eine Diät machen? Warum willst du zu Rauchen aufhören? Warum Sport? Warum eine andere Arbeit? Warum ein schönes Haus? Warum berufliche Veränderung? Warum was auch immer????
Wir Menschen tun nichts ohne Grund. Das unterscheidet uns auf wunderbarer Weise von allen anderen Lebewesen. Wir werden nicht ausschließlich von Instinkt geleitet, sondern können bewusste Entscheidungen treffen. Dadurch steht hinter allem, was wir tun ein WARUM. Doch genau hier scheitern viele bereits: sie kennen ihr Warum nicht so richtig. Naja irgendwie schon, so wischi-waschi halt, aber richtig?

Disziplin

Stell dir mal das Endresultat deiner Challenge vor: versetz dich in die Situation, wie es dann sein wird, spür die Umgebung, hör die Geräusche, achte auf die Gerüche – versetz dich ein paar Minuten in dein Ziel – so als ob du schon dort wärst!…..siehst du es? spürst du es? riechst du es?….. bist du stolz auf das, was du erreicht hast? spürst du die Anerkennung deiner Mitmenschen? …. was passiert mit deinem Gesicht? … Sag bloß, du lächelst?!?!… Fühlt sich gut an, oder?
Also warum führen wir uns solche Bilder nicht öfter vor Augen? Wir – als Sieger unserer Herausforderung? Mehrmals täglich! Und auf jeden Fall immer genau dann, wenn unserer innerer Schweinehund mit seinem besten Kumpel Faulheit auftaucht und uns von unserem WARUM abhalten will! Sodass unser Unterbewusstsein allmählich anfängt, an diese Version der Zukunft zu glauben und dem Schweinehund vor der Nase die Tür zuschlagen kann!

Visionieren als Lösung?

Ich glaub, ich kann mir ziemlich genau vorstellen, was du jetzt denkst. Visionieren ist mittlerweile ja schon fast zum Modewort geworden. Und manchmal hat man das Gefühl, man wird gar nicht ernst genommen, wenn man auf eine schwierige Frage als Lösung die Vision präsentiert bekommt! Aber überleg doch mal: was tut jeder Rennläufer am Start? Er visionalisiert die Strecke und sieht sich umjubelt am Treppchen stehen! Worauf lenken Wissenschafter ihren inneren Blick? Auf Berechnungen? Zetteln vollgeschrieben mit Formeln? Ich glaube nicht! Viel wahrscheinlicher ist doch, dass sie sich immer wieder vor Augen führen wie ihr Endresultat ausschauen und die Welt verändern wird: die Glühbirne spendet Licht, der Heißluftballon hoch in der Luft, Elektroauto statt Benzin…. Und sämtliche erfolgreiche Persönlichkeiten der Welt – egal ob aus Film, Sport, Wirtschaft, und dgl. – sagen einheitlich genau dasselbe: Wenn DEIN WARUM stark genug ist, kann dich nichts und niemand davon abbringen, deinen Weg zu gehen!Disziplin

Wieso probierst du´s nicht einfach mal aus? Schnapp dir eines deiner unvollständigen Projekte, und erschaffe dir dazu in deinem Inneren einen Film darüber, wie dein Leben sein wird, wenn du dies geschafft hast. Schmück ihn aus. Sprich alle deine Sinne an. Und sieh dir diesen Film jeden Tag mehrmals an. Und vor allem immer dann, wenn der Ruf der Bequemlichkeit deine Disziplin übertönen möchte!
Und ich versprech dir eines: wenn du deine Motivation jeden Tag mit deiner Zielvision fütterst, und mit Disziplin jeden Tag ein klein wenig dafür tust, wirst auch du es schaffen: den Weg über Disziplin zur Freiheit!

Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir deine Erfahrungen mitteilst!

Eure Birgit Leonhartsberger

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.