Ja, ich will…!

Ja, ich will…!

Entscheidungen. Unser ganzes Leben besteht aus immer wiederkehrenden Entscheidungen. Manche davon haben nur kurzfristige Auswirkungen, andere werden unser restliches Leben beeinflussen. Jeden Tag sind wir erneut gezwungen, eine Auswahl zu treffen.

Doch nicht jedem fällt es leicht, sich zu entscheiden. Bei so manchen Auswahlmöglichkeiten brauchen wir den Rat einer uns nahe stehenden Person. Oder wir holen uns danach quasi eine auswärtige Zustimmung, um uns unsere bereits getroffene Entscheidung bestätigen zu lassen.

Die Qual der Wahl

EntscheidungNoch nie zuvor hatten die Menschen so viele Möglichkeiten wie heute. Egal, auf welchem Gebiet des Lebens: der Kleiderkasten beinhaltet alle möglichen Formen und Farben an Kleidungsstücken, der Kühlschrank prall gefüllt, jeder Mensch kann sich seine Wohnsituation individuell gestalten, der Arbeitsmarkt steht jeder Person offen, Fortbewegungsmittel in jeglicher erdenklicher Art und Weise, …. egal wohin man schaut: es gibt keine Grenzen mehr. Geschlecht, Abstammung, Alter, Sexualität – alles ist für jeden möglich.

Kein Wunder also, dass es uns nicht immer leicht fällt, eine Entscheidung zu treffen – bei dieser Fülle? Wenn ich mich jetzt für das eine entscheide – vielleicht wäre das andere ja doch besser gewesen? Also am besten noch jemand anderen fragen, jemanden, der mich vielleicht ein bisschen besser kennt…. (als ich mich selbst???)

Spielball des Lebens

Woher kommt denn nun diese Unsicherheit? Die Größe der Auswahlmöglichkeiten allein wird es ja kaum sein?
Viele Menschen fürchten sich davor, eine falsche Entscheidung zu treffen. In ihnen entsteht der Glaube, dass alles so bleibt, wie es ist, wenn sie sich um wichtige Entscheidungen herum drücken. Ist das denn so? Bzw. ist es für uns von Vorteil, immer alles beim Alten zu belassen, weil… ich mein… was würden denn die anderen dazu sagen?

EntscheidungMeiner Meinung nach ist der Mensch auf der Welt um zu wachsen. Um sich weiter zu entwickeln. Schaut euch doch mal unsere Entwicklungsgeschichte an! Vor einer halben Ewigkeit gab es noch keine Autos – heute fliegen wir weiter als zum Mond! Aus anfänglicher Kräuterheilkunde und Sezier-Experimenten hat sich eine Medizin entwickelt, mit der alles heilbar scheint. Elektrizität erhellt unseren Planeten. Nachrichten verschicken wir in Sekunden rund um den ganzen Erdball. und, und, und….!
Meint ihr wirklich, es sei unsere Bestimmung stehen zu bleiben? Fühlt ihr euch denn wohl, wenn tagtäglich immer nur das gleiche geschieht, nichts Aufregendes passiert, sich nichts verändert?

Außerdem ist es ein Irrtum. Es wird sich nicht nichts ändern, nur weil wir keine Entscheidung treffen. Das einzige was passiert: wir geben die Verantwortung dafür ab. Wir lassen andere über unser Leben entscheiden. Wir machen uns selbst zu einem Spielball.

EntscheidungBei kleinen Entscheidungen mag das jetzt lächerlich klingen: wieso soll das jetzt auf mein Leben einen negativen Einfluss nehmen, wenn ich meine Freundin frage, ob ich das rote oder das blaue Shirt anziehen soll?
Ja. Stimmt. Ist egal.
Aber wie bei so vielen Dingen im Leben gilt auch hier: der Ursprung liegt in den Kinderschuhen. Kein Problem ist von Beginn an groß. Es fängt ganz klein an und wächst und wächst. Am Anfang ist es unscheinbar, wird erfolgreich verdrängt. Doch mit der Zeit wird es größer. Es ist nicht mehr zu ignorieren. Und eines Tages kann es nur mehr mit größter Überwindung gelöst werden.

Es passt ja eh…

Anderen Menschen fällt es schwer, eine Entscheidung zu treffen, weil Sie meinen, sich für ihre Wahl rechtfertigen zu müssen: vor den Eltern, dem Partner, der Gesellschaft. Was, wenn es ein Fehler ist?  Werde ich ausgelacht?
Es ist schwer, sich von der Norm abzuheben. Es ist schwer, anders zu sein als die restliche Gesellschaft. Es ist schwer, an der Verwirklichung seiner Träume zu arbeiten.

Doch eines muss uns bewusst sein: es gibt keine Grenzen. Etwaige Schranken setzten wir uns selbst, oder wir lassen sie uns von der Gesellschaft aufbauen. Jeder hat das Recht, SEINE Entscheidung zu treffen. Jeder kann seinen Weg selbst wählen. Wir müssen uns nicht rechtfertigen – schon gar nicht vor jenen Menschen, die heimlich davon träumen, ein anderes Leben zu führen – anderer Partner, anderes Haus, anderer Beruf – sich selbst aber nicht trauen, Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen und so manche Dinge einfach zu ändern.

Klar – es ist nicht leicht. Schon das Wort selbst: Ent-Scheidung sagt uns, dass die Veränderung mit einer Scheidung, einer Trennung einhergeht. Wir haben uns unser gewohntes Umfeld ja auch jahrelang aufgebaut. Glaubenssätze seit Generationen überliefert. Wir haben einen vernünftigen Beruf. Wiegen uns in vermeintlicher Sicherheit. Ein Dach über dem Kopf. Eine Familie. Eigentlich haben wir eh alles, was wir brauchen. Es passt schon.
Doch wenn es still wird, wenn wir uns einmal erlauben zu träumen, wenn wir an so manch Unerreichbares denken, das nur die vom Leben Begünstigten besitzen…… was soll´s. Vielleicht hab ich ja Glück und mach mal ´nen Lotto 6-er…

Lasst euch eines gesagt sein: Jeder von uns hat ein Anrecht auf ein perfektes, erfülltes und glückliches Leben! Schließlich haben wir nur das eine, und das sollten wir genießen! Und das Leben, das du JETZT führst, so wie es ist, mit allem Guten, allem Schlechten und allem „es passt ja eh…“, lebst du deshalb, weil du dich dafür entschieden hast. Du hast diese Entscheidung  getroffen.

Fehl-Entscheidung …?

EntscheidungUnd wenn die Entscheidung dann doch ein Fehler war? – Ja und? Wir sind auf der Welt, um uns weiter zu entwickeln. Wir sind auf der Welt, um zu lernen. Wir sind auf der Welt, um zu wachsen und uns zu entfalten.
Wie soll das denn möglich sein, wenn von Anfang an immer alles gleich nach Plan verläuft? Kein Kind kann von Geburt an Laufen. zuerst muss es hunderte male niederfallen. Immer und immer wieder. Mit der Zeit wird es seine Technik verbessert haben und tada: es läuft!
Thomas Edison hatte zahllose Versuche nötig, bis die Glühbirne funktionierte, ein Fehlversuch nach dem anderen, aber eines Tages hatte er es geschafft!
Nichts Erfolgreiches im Leben passiert ohne Fehler. Das Wort „Fehler“ besagt ja nur, dass noch etwas fehlte. Irgendeine Komponente war noch nicht bereit dafür. Das bedeutet aber nicht, dass die Grund-Entscheidung falsch war.

Übung macht den Meister!

Entscheidungs-Freudigkeit kann man üben. Jeden Tag. Nimm dir einfach fix vor, dass DU die Entscheidung triffst. Wie klein und unscheinbar sie auch sein mag. Z.B. im Restaurant: Sitzt du auch manchmal minutenlang vor der Speisekarte und kannst dich nicht so recht entscheiden? Was könnte mir heute schmecken? Setz dir einen Zeitrahmen, so etwa 30 Sekunden, und triff eine Wahl. Egal, was dein Partner bestellt. Allein Deine Entscheidung.
Du wirst sehen, wenn du beginnst, in den kleinen alltäglichen Bereichen deines Lebens Selbstverantwortung zu übernehmen, wird es dir mit der Zeit auch leichter fallen, große Entscheidungen alleine zu treffen. Und hinter diesen kannst du dann zu 100% stehen. Egal, was die anderen sagen. Und dadurch wirst du ein Gefühl für Freiheit entwickeln…

Mahatma Gandhi drückte es so aus: „Du kannst nie wissen, was die Resultate Deiner Taten sein werden. Aber wenn Du nichts tust, wird es nie ein Resultat geben.“
Es ist in jedem Fall besser, eine schlechte Entscheidung zu treffen, als gar keine. Nur so ist es uns möglich, es beim nächsten mal anders, besser zu machen. Und nur so behalten wir die Verantwortung über unser Leben. Und dann können wir mit Stolz sagen: „Ja! Ich will!“

Eure Birgit Leonhartsberger

 

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