Habgier vs. Moral

Habgier vs. Moral

Moral und Ethik. Werte, die unser Handeln beeinflussen. Kann man damit überhaupt erfolgreich sein? In uns sind doch gewisse Glaubenssätze fest verankert: Geld verdirbt den Charakter. Wer auf der Karriereleiter  nach oben will, muss nach unten treten können. Um reich werden zu können, muss man über Leichen gehen.

HabgierLeider begegnen auch mir immer wieder Menschen, welche genau nach diesen Prinzipien leben. In ihrer unermesslichen Gier nach Mehr – mehr Geld, mehr Ansehen, mehr Macht, mehr Besitz – werfen sie jegliche Moralvorstellungen über Bord, nur um an ihr vermeintliches Ziel zu gelangen. Geiz und Habgier sind eng miteinander verwandt. Doch Habgier ist eine Sucht. Und wie bei jedem anderen Süchtigen auch, werden Anstand und gesunder Hausverstand ignoriert, um dafür mehr vom Begehrten erhalten zu können.
Und der Einfallsreichtum dieser Habgier-Süchtigen ist grenzenlos: dies reicht von Schwarzarbeit über Steuerhinterziehung bis hin zu Betrug und Übervorteilung anderer. In blinder Gier nach mehr Macht und Geld werden zwischenmenschliche Beziehungen mit Füßen getreten, mit geschickter Rhetorik und Angst-Malerei eine Meuterei angezettelt und ein fahrtüchtiges Schiff zum Kentern gebracht.

Kann das denn langfristige Erfüllung und Glück bedeuten?

Habgier verursacht Angst

Das Leben eines habgierigen Menschen wird von Angst definiert, Angst zuwenig zu erhalten, Angst zu kurz zu kommen. Angst zuwenig Ansehen, Geld, Macht oder aber auch Liebe zu erhalten. Und wenn sie nur daran denken, zu wenig vom großen Kuchen ab zubekommen, löst das in ihrem inneren Panik und Entsetzen aus. Deshalb schrecken sie dann auch nicht vor unmoralischen Handlungen zurück. Doch egal, wie skrupellos sie sich ihren Mitmenschen oder Arbeitskollegen gegenüber auch verhalten: tief in ihrem Inneren weiß dieser Mensch sehr wohl zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden. Und dadurch plagen ihn Schuldgefühle. Die Angst, entdeckt zu werden. Angst, sein auf Falschheit aufgebautes Kartenhaus könnte einstürzen.

Aber lasst euch eines gesagt sein: Wer ernsthaft glaubt, dass er durch List und Betrug dauerhaftes Glück erreichen könnte, der hat den wahren Kreislauf des Lebens, den wahren Weg zum Erfolg nicht verstanden. Am Ende wird er mit leeren Händen dastehen und sich wundern, warum er so allein ist.

HabgierWachstum

Echter Erfolg, beständiger Erfolg ist ein Reifeprozess. Er muss wachsen können, langsam entstehen. Wenn sich etwas in unnatürlich schnellem Tempo entwickelt, wird es selbstverständlich auch ganz schnell wieder verglühen. Es geht nicht nur um materielle Dinge, um Macht, um Ansehen – stimmt schon – all dies ist schon angenehm, kann einem das Leben ungemein verschönern. Aber erfüllt es dich auch auf Dauer?

Echter Erfolg ist ein Lebensgefühl. Er wird getragen von Werten, welche man sich aber nicht erkaufen kann. Erst wenn du aus den richtigen Motiven heraus handelst, wirst du wahre Zufriedenheit, echten Erfolg zu spüren bekommen.  Respekt kann man sich nicht erkaufen. Echten Respekt muss man sich verdienen. Durch richtiges Handeln, durch richtiges Denken, indem man Verantwortung für sich und andere übernimmt, indem man beweist, dass man bereit ist für sich und andere zu kämpfen.

Das Leben eines Süchtigen

Habgierige Menschen entwickeln ganz typische Suchtsymptome: Sie wollen immer mehr und mehr und nochmals mehr, bis sie sich in einem Akt der Selbstsabotage selbst zerstören. Sie stehen mitten im Reichtum und kriegen doch nicht genug. Werte wie Demut, Verantwortung und Dankbarkeit haben keine Bedeutung mehr für sie, doch genau diese sind unverzichtbar für langfristigen Erfolg in jedem Lebensbereich!
Der Habgier-Süchtige will sich immer besser fühlen und rafft zusammen, was er in die Finger bekommt. Doch dabei übersieht er einen ganz wesentliche Sache: Ein MEHR an Besitz bedeutet nicht auch ein MEHR an Glück. denn Glück und die Freude am Leben sind absolut unabhängig von materiellen Dingen, vom äußeren Umfeld. Sie entstehen nicht, weil wir uns ein neues Haus kaufen können oder einen Mitbewerber auf der Karriereleiter wieder nach unten getreten haben. Sie hängen ganz sicher nicht an Dingen, die man jederzeit wieder verlieren kann.

Sie wohnen in unserem Herzen. Werden getragen von Dankbarkeit. Von Freude. Von kleinen Dingen im Leben. einem Lachen. Einem schönen Sonnentag. Der Tatsache, dass man genug zu essen und ein Dach über dem Kopf hat. Von einem Menschen, der an deiner Seite ist. Guten Gesprächen.
Menschen geben dir Liebe zurück. Menschen erwidern deine Freundschaft. Materielle Dinge können das nicht. Zweckbeziehungen zu Lakaien haben nichts gemein mit einer echten Freundschaft – Sie interessieren sich auch wieder nur für Besitz. Nicht aber für den Besitzer.

Solche Menschen sind in Wahrheit sehr einsam. Und das Schlimme daran ist: Eigentlich wissen sie das auch. Sie spüren diese Leere in sich. Sie fühlen sich allein. Doch sie wissen nicht, welchen Mangel in ihrem Leben sie eigentlich auszugleichen versuchen, mit diesem ewigen Streben nach Besitz. Es ist ihnen nicht bewusst, dass sie durch ihre Habgier den Blick für das Wesentliche verloren haben, für das, was ihre Seele wirklich braucht.

So sehr ich mich in letzter Zeit darüber geärgert habe, dass es immer wieder Menschen gibt, die Werte und Moral mit Füßen treten, rücksichtslos ihr Ziel verfolgen und es ihnen dabei total egal ist, wen sie auf der Strecke hinter sich lassen und verletzen – in Wahrheit tun sie mir leid. Sie leben eine große Lüge.

Sie haben in ihrem bisherigen Leben so manche Enttäuschung erlebt – zu wenig Liebe erfahren, zerüttetes Elternhaus, zu wenig Anerkennung von den Eltern, ewiges Streben nach Bestätigung von Kindheit an – sodass sie gar nicht erkennen, dass sie mit ihrem ewigen Streben nur oberflächliche Ziele verfolgen, um damit ein Loch in ihrem Inneren auszufüllen. Doch dies wird so nicht funktionieren.
Was nützt mir das schicke Auto, wenn ich mich doch in Wahrheit nach Liebe und Wärme sehne? Selbst wenn ich dann Herrscher der Welt wäre und alle meine Untertanen mir Respekt entgegen brächten – meine Seele wäre immer noch hungrig nach Liebe. Ich wäre immer noch einsam. Und hinter der von mir aufgebauten Fassade aus Reichtum und Macht würde ich langsam aber sicher zugrunde gehen.

Schlüssel zur BeständigkeitHabgier

Die Summe all unserer kleinen Einzelentscheidungen und Handlungen macht unser Leben im Gesamten aus. Diese müssen getragen sein von echten Werten und Prinzipien, von Werten, welche in Einklang mit unserem persönlichen Lebenskonzept stehen – mit den Gefühlen, welche wir in Wahrheit erLEBEN  und erfahren möchten. Wir dürfen den langfristigen Weg nicht aus unseren Augen verlieren, indem wir niederen Trieben nachgeben.
Gesunder Ehrgeiz ist ja in Ordnung, aber eben nur solange, als uns unsere einzelnen Handlungen auch tief in uns drinnen glücklich machen. Denn Glück, Lebensfreude und echte Erfüllung lassen sich nicht durch Magie herbei zaubern, sondern wie alles in der Natur, brauchen sie Zeit um zu wachsen und müssen gepflegt werden.

Mein neuer Glaubenssatz lautet folgendermaßen:
Geld verdirbt nur den Charakter von denjenigen, die auch vorher schon keinen hatten…

Also besinnen wir uns doch wieder auf unsere Werte, auf unsere Moralvorstellungen. Setzen wir unsere Handlungen so, dass win-win-Situationen für alle Beteiligten entstehen.
Dann können wir zielsicher auf das Leben zusteuern, welches wir uns in Wirklichkeit wünschen….

Eure Birgit Leonhartsberger

 

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